Warum führt Eisenmangel zu Haarausfall?

Haare sind für beständiges Wachstum dringend auf Nährstoffe wie Glukose, Lipide und Vitamine sowie Eisen zur „Zellatmung“ angewiesen. Der Sauerstoff, den wir über die Lunge aufnehmen, wird infolge der Anwesenheit von Eisen im Blut gebunden und schließlich über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt. Mit dem Abbau von Kohlenhydraten unter Einwirkung von Sauerstoff wird schließlich die Energie gewonnen, die den Zellstoffwechsel an den Haarwurzeln in Gang hält. Fehlt Eisen, herrscht Eisenmangel. Bei Frauen ist das eine der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall.

Warum führt Eisenmangel zu Haarausfall?

In Kürze

  • Eisenmangel führt zu Haarausfall, weil den Haarfollikeln Sauerstoff fehlt.
  • Fehlt Sauerstoff, kommt der aerobe Energiestoffwechsel ins Stocken.
  • Besonders Frauen sind von Eisenmangel betroffen.
  • Eisenmangel ist relativ einfach zu beheben: durch ausgewogene Ernährung, ggf. intravenös bei akutem Bedarf.
  • Thiocyanat stabilisiert den Zellstoffwechsel und normalisiert den Haarzyklus.

Besonders Frauen betroffen von Mangel an Eisen (Ferritin)

Eisenmangel, genauer gesagt der Mangel an Ferritin, macht das Blut weniger rot und aus medizinischer Sicht anämisch, das heißt: Die Haarzellen erhalten zu wenig Sauerstoff und der aerobe Energiestoffwechsel gerät ins Stocken. Die Haare wachsen dann langsamer. Im ungünstigsten Fall stoßen die Haarfollikel ihre Haare ab, was zu einem übermäßigen Haarausfall führt.

Da Haarausfall sogar vor einer Anämie in Erscheinung tritt, sehen Dermatologen auch in der unscheinbaren Verminderung eisenhaltiger Enzyme und Co-Faktoren in der Kopfhaut einen verstärkenden Haarausfall-Faktor. Eisenmangel führt insgesamt dazu, dass die Fähigkeit der Haarmatrixzellen zur Zellteilung und zum Zellwachstum beeinträchtigt wird.

Ursachen für Eisenmangel

Häufige Ursachen von Eisenmangel sind vegetarische Ernährung, Operationen oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Frauen leiden besonders unter Eisenmangel, vor allem durch Blutverluste infolge der Monatsblutungen. Während der Schwangerschaft oder Stillzeit brauchen Frauen zur Aufrechterhaltung aller organischen Funktionen sogar noch mehr Eisen.

Symptome für Eisenmangel – z. B. auch Haarausfall

Eine Verminderung der Eisenreserven im Körper führt zu Blässe, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche, verminderte Belastbarkeit. Nicht zuletzt macht sich diffuser Haarausfall bemerkbar. Der Haarausfall findet auf dem ganzen Kopf  statt.

Fast könnte man sagen: Auch die Haare leiden bei Mangel an Eisen unter Müdigkeit, sind zu müde, um weiter zu wachsen. Der TrichoScan beim Dermatologen zeigt typischerweise einen hohen Anteil an Telogenhaaren, das sind Haare, die beim nächsten mechanischen Reiz (Waschen, Kämmen, Wind) ausfallen. Weitere Symptome neben Haarausfall sind bei Eisnemangel dünne Nägel und eingerissene Mundwinkel.

Sportler, Eisenmangel, Haarausfall

Frauen und Männer, die häufig und intensiv Sport treiben, sind übrigens einem noch größeren Risiko für Eisenmangel ausgesetzt. Regelmäßiger Ausdauersport oder tägliches Training im Fitness-Studio erhöhen das Blutvolumen um 10 – 20%. Bei normaler Eisenaufnahme durch die tägliche Ernährung verfügt der Sportler-Organismus dann über relativ weniger Eisen als ein Nicht-Sportler mit vergleichbarer Größe, Gewicht oder BMI. Die Folge ist ein Eisenmangel durch Verdünnungsanämie. Wenn Sportler außerdem eine Diät zur Kontrolle des Körpergewichts machen, wird der Eisenmangel verstärkt und die Tendenz zum Haarausfall erhöht.

Eisenmangel ausgleichen

Zur Diagnose eines Eisenmangels analysieren Haus- oder Hautarzt das Blutbild, konkret den Ferritin-Wert. Ferretin ist ein Protein, das Eisen speichert. Obwohl sich das meiste Ferritin innerhalb der Zellen befindet, liefert die Ferritin-Konzentration im Blutserum das Maß für den Eisenspiegel im Körper.

Medikamentöse Therapie

Zeigen die Ferretin-Werte einen Eisenmangel an, ist die Einnahme von Eisentabletten empfehlenswert. In der Regel verschreibt der behandelnde Arzt Eisenpräparate mit einer geringen Dosierung, um Leber und Herz vor einer Übervorsorgung an Eisen zu schützen.  Bei starken Blut- und Eisenverlusten schlägt der Arzt durchaus auch eine intravenöse Gabe von Eisen vor.

Ernährungsumstellung hilfreich

Bei sich wiederholendem Eisenmangel hilft auf Dauer wohl nur eine Umstellung der bevorzugten Lebensmittel. Wer auf Fleisch und Fisch verzichtet, sollte sich verstärkt an Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide oder Rote Beete halten. Die Aufnahme von Eisen über pflanzliche Produkte wird durch Vitamin C gesteigert, wie zum Beispiel in frisch gepresstem Orangensaft. Große Kaffee- und Teemengen direkt nach dem Essen sollte man jedoch vermeiden, weil das enthaltene Tannin die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung hemmt. Vergleichbares gilt für Milchprodukte und die Wirkung bestimmter Proteine. Gemüse, das reich an Eisen ist – wie Spinat, Mangold oder Möhren – sollte möglichst nicht mit Sahne verfeinert werden.

Verbesserung des Zellstoffwechsels an der Haarwurzel

Letztlich ist Eisenmangel wohl nicht der einzige Störfaktor, der diffusen Haarausfall begünstigt. Dünner werdendes Haar entsteht meist durch ein Zusammenfallen mehrerer Faktoren. Um Haarausfall Paroli zu bieten, ist es von Vorteil, den gestörten Zellstoffwechsel mit Thiocyanat an der Haarwurzel zu stabilisieren und dadurch neues, kräftiges Wachstum der Haare zu stimulieren.

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