Trichogramm

Das Trichogramm (gr. tricho = Haar; gramm = Buchstabe, Zeichen) ist Teil einer fachärztlich-dermatologischen Untersuchung bei Haarausfall in der Haarsprechstunde und wird eingesetzt den Haarwurzelstatus zu beurteilen. Ziel des Trichogramms ist es, verschiedene Haarwurzeltypen zu quantifizieren. Das Trichogramm bietet eine Momentaufnahme des aktuellen Haarausfalls, verschafft zudem die Möglichkeit eine Aussage über den zu erwartenden Haarverlust der nächsten 2 – 3 Monate zu machen.

Vorgehen beim Dermatologen

Der Arzt entnimmt jeweils 50 Haare aus dem vorderen Scheitelbereich und 50 Haare vom Hinterkopf. Die Entnahme von Haaren erfolgt mittels einer gummierten Klemme ruckartig in Wuchsrichtung der Haare. Die gewonnenen Haare werden für die Beurteilung unter dem Mikroskop auf einem Glasobjektträger fixiert.

Im Fokus der Untersuchung steht eine Auszählung der Haarwurzeln, die sich in der Wachstums-, Übergangs- und der Ruhephase bzw. Ausfallphase befinden. Für gesundes Wachstum spricht eine Gewichtung von mehr als 80 % der Haare in der Wachstumsphase (Anagen) und weniger als 20 % in der Ausfallphase (Telogen). Abweichungen bestätigen den zumeist subjektiv wahrgenommenen Haarausfall auf quantitative Weise.

Die Haarwurzelformen

  • Anagenhaare haben Ähnlichkeit mit einem Golfschläger.
  • Telogenhaare erinnern im Wurzelbereich an Wattestäbchen. Manchmal werden sie auch Kolben- oder Keulenhaare genannt.

Vorbereitung auf Trichogramm

Die Patienten sollen die Haare 5 Tage vor der Durchführung des Trichogramms nicht mehr waschen, weil durch Haarewaschen viele Telogenhaare verloren gingen und das Ergebnis der Untersuchung verfälscht würde. In diesen 5 Tagen sollte auch auf Ausbürsten oder das Ausüben von hohen Zugkräften, z.B. durch Pferdeschwanz, auf Haare und Kopfhaut verzichtet werden.

Eine Alternative?

Als Alternative zum eher schmerzhaften Trichogramm gibt es seit Kurzem den TrichoScan, d.h. das Haar bzw. der Haarstatus wird gescannt. Für den TrichoScan müssen keine Haare ausgerissen werden, das Haarwaschverbot entfällt. Die Diagnose kann noch präziser gestellt werden. Alle Scans sind auch nach Wochen oder Monaten im Rahmen einer Behandlungskontrolle visuell miteinander vergleichbar. Die Entwicklung von Haarausfall oder Zunahme der Haardichte werden objektiv messbar.

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