Keratin

Keratin (gr. Horn) ist ein Sammelbegriff für verschiedene wasserunlösliche Proteine, die der menschliche Organismus braucht, um Haare, Finger- und Zehennägel auszubilden. Eine Besonderheit der Keratine – im Vergleich zu anderen Proteinen – ist ihre Fähigkeit, eine Faserstruktur zu bilden, die Haare besonders strapazierfähig macht, ihnen Festigkeit und gleichzeitig Elastizität verleiht. Aminosäuren, die natürlichen Bausteine von Kreatin, werden dabei zu Ketten verknüpft.

Keratine umgeben das Mark (Medulla) des Haarschaftes in Form eines Faserstamms (Cortex). Der Cortex besteht aus Faserbündeln, die wiederum aus einer großen Zahl feinster Keratinfasern, den Fibrillen, gebildet werden. Die Fasern sind untereinander über Schwefelbrücken (Disulfid) verbunden und mechanisch miteinander verdrillt. Die äußere Schicht des Haares (Cuticula) wiederum umschließt den Faserstamm mit übereinanderliegenden, verhornten Zellen. Liegen diese Zellen glatt an, brechen sie das Licht und lassen die Haare glänzen.

Haarwachstum

In der Kopfhaut befindet sich der Haarfollikel, auch Haarbalg genannt, in der das Haar verankert ist. Am Ende der Haarwurzel bildet der Haarfollikel eine knollenartige Verdickung, die Haarzwiebel. In ihrer Matrix findet das Haarwachstum statt. Die Keratin-Zellen der Haarmatrix werden nach oben geschoben und bilden dabei das Haar, das im Haarbalgtrichter aus der der Haut austritt. Die Haarmatrix weist eine enorm hohe Zellteilungsrate auf: Das Haar wächst jeden Tag 0,3 mm.

Styling des Haares

Keratin ist chemisch sehr stabil, kann aber durch Spaltung seiner Schwefelbrücken formbar gemacht werden. Diese Eigenart nutzen Friseure bei der Herstellung von Dauerwellen. Das Haar wird mittels Lockenwickler in die gewünschte Form gebracht, danach durch Oxidation mit Wasserstoffperoxid wieder verfestigt. Eine leichte Umformung des Haares kann durch Anfeuchten und Föhnen vorgenommen werden; in diesem Fall werden Wasserstoffbrücken im Keratin gelockert. Haarpflege-Produkte auf der Basis von Keratinen, z. B. Shampoo für Frauen und Männer, versprechen, die Haarstruktur zu regenerieren und kleine Risse zu reparieren.

Kurz gesagt

  • Keratine sind faserbildende Strukturproteine, welche den Zellen Stabilität und Form verleihen.
  • Keratin findet sich beim Menschen in der Oberhaut (Epidermis), in den Finger- und Fußnägeln, in den Haaren.
  • Das Haar als Hautanhangsgebilde ist eine evolutionäre Weiterentwicklung Haut.
  • Bei Tieren ist Keratin unabdingbar für die Bildung von Federn, Schuppen, Hörnern und Klauen.
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