Haarsprechstunde

Die Haarsprechstunde ist das spezielle Beratungsangebot von Dermatologen, die sich exzellent auf dem Gebiet „Haare, Haarausfall und Haarerkrankungen“ auskennen. In Deutschland gibt es flächendeckend Kompetenzzentren für die Diagnostik von Haarausfall in Kliniken für Dermatologie, daneben finden sich zahlreiche niedergelassene Fachärzte, welche Patienten in ihrer Haarsprechstunde mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Ursachen bzw. Auslöser für Haarausfall sind vielfältig:

  • Überempfindlichkeit genetisch fehlprogrammierter Haarfollikel auf Dihydrotestosteron, DHT, führt zu androgenetischer Alopezie bzw. einem erblich bedingten Haarausfall.
  • Störfaktoren für gesundes Haarwachstum wie Infekte, Stress, Ernährungsfehler, Eisenmangel, Hormonungleichgewichte oder Diabetes mellitus lösen diffusen Haarausfall aus.
  • Autoimmunreaktionen führen zu kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata).
  • Auch Kopfhauterkrankungen sind für Haarausfall verantwortlich.
  • Nicht-vernarbender Haarausfall, d.h. intakte Haarfollikel sind das wichtigste Kriterium für neues Haarwachstum.

Nach einer ausführlichen Anamnese anhand eines Fragebogens erfolgen Inspektion von Kopfhaut und Haaren, Zupftest und Dermatoskopie. Außerdem werden in der Haarsprechstunde neben Haarstruktur, Kopfhaut und der Zustand von Finger- und Fußnägeln beurteilt. Eine Blutuntersuchung erbringt Hinweise auf Eisenmangel, Hormonungleichgewichte von Schilddrüsenhormonen, Entzündungszeichen etc. pp.

Zwei Kliniken für Dermatologie

Die Haarsprechstunde der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin z. B. hat sich auf die Diagnostik und Behandlung folgender Haarerkrankungen spezialisiert:

  • Ausgeprägte Fälle von Alopecia areata
  • Vernarbende Alopezie (Lichen planopilaris, Frontal fibrosierende Alopezie)
  • Chemotherapie-induzierte Alopezie
  • Haarerkrankungen bei Kindern

Die Haarsprechstunde der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Universität München definiert die Schwerpunkte:

  • genetisch bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  • kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  • vernarbende Alopezien, z.B. Lichen ruber und Folliculitis decalvans

Ist die geeignete Behandlung eingeleitet, liefert der TrichoScan Daten zur Erfolgskontrolle während einer Therapie.


Dermatologie und Haarausfall?

Vielleicht ist es überraschend, dass ein Thema wie Haare und Haarausfall, der Dermatologie zugerechnet wird. Haare sind jedoch genauso wie Nägel oder Hautdrüsen Hautanhangsgebilde, spezialisierte Gewebestrukturen, die sich aus Epithelzellen, Dermis oder Epdermis, also aus Hautzellen entwickeln. Haare sind deshalb ein dermatologischer Untersuchungsgegenstand.

Neben der Dermatologie bzw. dem Hautarzt leistet die Endokrinologie als Teilgebiet der Inneren Medizin einen Beitrag zur Analyse der Ursachen von Haarausfall, insbesondere wenn es um den Nachweis von hormonellen Ungleichgewichten geht.

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