Fettige Haare

Von fettiger Kopfhaut betroffene Menschen beklagen bereits kurze Zeit nach der Haarwäsche einen öligen Schimmer auf ihren Haaren, der einer übermäßigen Produktion an Talg (lat. sebum) der Hauttalg-Drüsen in der Kopfhaut geschuldet ist. Nicht nur Jugendliche in der Pubertät haben mit schnell nachfettenden Haaren zu tun, auch im Erwachsenenalter stellen viele strähnige Haare fest, was zumeist als optischer Makel empfunden wird. Dabei ist die Absonderung von Hauttalg ein natürlicher Prozess, der die Kopfhaut vor dem Eindringen von Keimen schützt und sie geschmeidig hält. In der Norm sondert jeder Mensch täglich ca. 1 bis 2 Gramm Hauttalg ab.

Ursachen für fettige Haare

Jedes Haar ist mit einer Talgdrüse (lat. glandula sebacea) verbunden, welche im oberen Bereich der Lederhaut sitzt. Das Sekret wird aus einem Säckchen entlang am Haarfollikel bis zur Oberfläche der Haut geleitet (holokrine Sekretion). Eine übermäßige Aktivität bzw. Produktion von Lipiden (Fette) durch die Talgdrüsen in der Kopfhaut kann verschiedene Ursachen haben, u. a. :

  • Genetische Veranlagung zu erhöhter Talgproduktion
  • Hohe Anzahl an Talgdrüsen
  • Hormonelle Schwankungen
  • Umwelteinflüsse
  • Medikamenteneinnahme
  • Schlechte Ernährung / erhöhter Alkoholkonsum
  • Übermäßige Ausschüttung von Stress-Hormonen (z. B. Adrenalin)

Hauttalg-Problematik der Kopfhaut

Eine übermäßige Talgproduktion lässt die Haare schnell ungepflegt und verklebt aussehen. Eine Regulation der Sekretabsonderung ist bei der besonders häufig auftretenden erblich bedingten Veranlagung schwierig. Gerade sehr feines Haar erscheint schneller fettig als dickeres Haar. Starkes und häufiges Bürsten sollte allerdings reduziert werden, um den Talg nicht unnötig im Haupthaar zu verteilen. Das Tragen einer Mütze kaschiert das Problem, kann jedoch die Ursache nicht stoppen. Die Haare werden dauerhaft näher an die fettige Kopfhaut gedrückt und erscheinen umso schneller fettig. Voluminöse gestylte Frisuren sind daher empfehlenswerter. Durch starkes Schwitzen beim Sport oder bei erhöhten Temperaturen wird die Problematik ebenfalls verstärkt.

Was hilft gegen fettige Haare?

Weitere Tipps gegen sehr fettige Haare:

  • Haarwäsche am Morgen
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr
  • Gesunde Ernährung
  • Stressabbau
  • Kopfbedeckungen vermeiden
  • Reizenden Stylingprodukte vermeiden

Sind Hormone schuld?

Männliche Geschlechtshormone (Androgene), insbesondere Dihydrotestosteron, haben einen stimulierenden Einfluss auf die Talgdrüsen, während weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) einen gegenteiligen Effekt auf die Sekretproduktion haben. Durch ein Ungleichgewicht während einer Hormonumstellung, beispielsweise in der Pubertät, während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, kann das Auftreten von fettigem Haar begünstigt werden. Manche Frauen beklagen zudem eine Verschlimmerung während der Periode. Um herauszufinden, ob die erhöhte Talgproduktion in Verbindung zum Hormonspiegel steht, kann ein Blutbild oder Urintest beim Arzt Aufschluss geben.

Haarpflege bei fettigen Haaren

Künstliches Entfetten mit austrocknenden Shampoos gegen fettige Haare (enthalten z. B. Silikone, anionische Tenside) können die Talgproduktion auf lange Sicht weiter ankurbeln. Die Haare werden schneller fettig, wenn die Kopfhaut dazu noch falsch gepflegt wird. Fettige Haare und Schuppen sind häufig ein Problem einer aus dem Gleichgewicht geratenen Kopfhaut. Die Pflege sollte auf den Kopfhaut-Typus abgestimmt sein. Das Shampoo gegen fettige Haare sollte besonders mild für die Kopfhaut sein und eine leicht entfettende Wirkung haben. Beim Haare waschen sollte lauwarmes Wasser verwendet, die Haare nicht mit heißer Föhnluft getrocknet und ein übermäßiges Anregen der Drüsen z. B. durch festes Rubbeln vermieden werden. Als Hausmittel haben sich Tinkturen oder Spülungen mit Kräutern wie Kamille und Rosmarin bewährt. Auch Trockenshampoo kann überschüssigen Talg binden und lässt das Haar zudem ohne Waschen frischer erscheinen. Die Verträglichkeit mit der Kopfhaut sollte jedoch unbedingt getestet werden.

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