Basiswissen Haarausfall

Plötzlich starker Haarausfall?

Starker Haarausfall ist alarmierend und zugleich psychisch sehr belastend. Innerhalb weniger Monate, Wochen, nicht selten innerhalb weniger Tage dünnen die Haare aus und die Kopfhaut wird sichtbar. Manchmal zeigt sich starker Haarausfall praktisch über Nacht, z. B. wenn der Organismus die Immunabwehr der Haarfollikel abschaltet (Alopecia areata). Starker Haarausfall wirft entscheidende Fragen auf: Gibt es ein Mittel, dass sowohl den Haarausfall stoppen als auch neues Haarwachstum stimulieren kann?

Ist jeder Haarausfall eine Alopezie?

Der dermatologische Fachbegriff Alopezie wird sehr oft mit Haarausausfall gleichgesetzt. Das ist nicht ganz korrekt. Eine Alopezie ist das Ergebnis eines über die Norm gesteigerten Effluviums (lat. Haarausfall) und bedeutet Haarlosigkeit. Die Alopezie kann zeitweilig sein oder permanent. Mediziner unterscheiden daher zwischen reversiblen Alopezien, in denen das Haar wieder nachwächst und irreversiblen, vernarbenden Alopezien infolge einer Schädigung oder Zerstörung der Haarfollikel in der Kopfhaut, die letztlich zu Haarverlust bzw. Kahlheit führen. Sind die Haarfollikel intakt, besteht prinzipiell immer die Möglichkeit, dass die Haare nachwachsen.

Erblich bedingter Haarausfall – typisch für Männer?

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern heißt: Bestimmte Haarfollikel reagieren empfindlich auf einen Metaboliten des männlichen Sexualhormons Testosteron, Dihydrotestosteron (DHT). Schon mit Ende der Pubertät dünnt das Haar bei jungen Männern mehr oder weniger stark aus und das typische Haarausfallmuster wird sichtbar: Geheimratsecken, Tonsur, Glatze. Ein kompletter Haarverlust auf dem Oberkopf ist für manche Männer schon bis Ende 20 möglich, andere Männer erleben einen erblich bedingten Haarausfall, der mehrere Jahrzehnte andauert. Auch Frauen sind betroffen.

Steroide gegen Haarausfall?

Es ist ein Albtraum für jede Frau: Jada Pinkett-Smith, 46, fallen die Haare aus. Die US-Schauspielerin sagte auf Instagramm, sie hatte beim Duschen plötzlich mehrere Haarbüschel in der Hand. BILD berichtet, dass die Frau von Hollywood-Superstar Will Smith Steroide nutzt, um ihren Haarausfall zu bekämpfen und fragt: Ist das wirklich sinnvoll oder gefährlich?

Haarausfall durch Medikamente?

Ja, es stimmt! Seit einiger Zeit weiß man, dass die Verwendung bestimmter Medikamente auch Haarausfall auslösen kann. Die pharmakologischen Substanzen gelangen über den Blutkreislauf in die Kopfhaut, stören dort den Zellstoffwechsel der Haarwurzel und das Wachstum der Haare. Haarausfall durch Medikamente ist in der Regel diffus und betrifft sowohl Frauen als auch Männer.

Alopecia areata: Warum gerade ich?

Der Haarausfall bei der Alopecia areata erfolgt oft sehr plötzlich, im Extremfall über Nacht, und breitet sich dann kreisförmig aus. Neben der Kopfhaut sind auch Augenbrauen und Wimpern oder die Gesichtsbehaarung betroffen. Kein anderer Haarausfall ist so spontan und radikal. Der morgendliche Blick in den Spiegel auf haarlose Flecken ist überraschend und gleichermaßen erschreckend. Die gute Nachricht: Die Haare wachsen mit großer Wahrscheinlichkeit wieder nach.

Ist unsere Schilddrüse verantwortlich für Haarausfall?

Die Schilddrüse spielt für den menschlichen Stoffwechsel eine wichtige Rolle. Schilddrüsenhormone kontrollieren eine Vielzahl von Körperfunktionen und beeinflussen Wachstumsprozesse, wie zum Beispiel den Zellstoffwechsel der Haare. Kommt es zu einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse wird das Haarwachstum erheblich gestört.

Diffuser Haarausfall kennt viele Ursachen

Im Unterschied zum erblich bedingten Haarausfall (Androgenetische Alopezie) findet diffuser Haarausfall über den ganzen Kopf statt. Die Haare dünnen massiv aus, und die Kopfhaut wird sichtbar. Als Ursachen für diffusen Haarausfall sind vor allem Hautkrankheiten, Allgemeinkrankheiten, Mangelzustände und Stoffwechselstörungen zu nennen, aber auch Stress oder Arzneimittelreaktionen von Kopfhaut und Haar. Werden diese Ursachen behoben, wachsen die Haare in der Regel wieder nach. Der Wirkstoff Thiocyanat unterstützt neues Haarwachstum.

Haarausfall stoppen – leicht gemacht

Während unserer Kindheit hatten wir keine Zweifel: Haare wachsen, und zwar für immer. Im Laufe des Lebens ändert sich diese Gewissheit. Unsere Haare reagieren sensibel auf eine Vielzahl von Störfaktoren. Männer hadern meistens mit ihrem erblich bedingten Haarausfall. Frauen leiden vor allem an diffusem Haarausfall infolge hormoneller Ungleichgewichte nach der Schwangerschaft oder während der Wechseljahre sowie aufgrund diverser Mangelerscheinungen, wie zum Beispiel Eisenmangel. Wer den Haarausfall stoppen will, muss verstehen, was an der Haarwurzel passiert.

Haartransplantation: Welche Methode ist die beste?

„Ja, es stimmt, ich habe mich einer Haartransplantation unterzogen. Und ich finde, das Ergebnis ist ganz cool geworden, oder?“ Spätestens seit dieser Aussage von Fußballtrainer Jürgen Klopp ist die Haartransplantation bei Männern angekommen und absolut gesellschaftsfähig. Klopp versteckte sich nach der OP nicht, trug zum Schutz der frisch verpflanzten Haare nur eine Kappe in den Vereinsfarben. Die Fans feierten ihren Trainer mit „Du hast die Haare schön“-Gesängen. Diskutiert wird heute praktisch nicht mehr das „Ob“, sondern vor allem das „Wie“. Welche Methode der Haartransplantation ist die beste?

Kann ich Haarausfall durch Verlängerung des Haarzyklus stoppen?

Haare schützen unseren Kopf vor Sonne, Regen, Wind und Kälte. Das Haar wächst durch Teilung der Haarzellen im Haarfollikel, je nach Veranlagung, bei Männern und Frauen im Jahr durchschnittlich 10 bis 15 cm. Um zu verstehen, warum Haare nicht mehr so lang werden und frühzeitig ausfallen, ist es hilfreich, sich mit dem Haarzyklus vertraut zu machen.