Androgenetischer Haarausfall –
Was passiert da eigentlich beim Mann?

Androgenetischer Haarausfall, wissenschaftlich: androgenetische Alopezie, ist eine weitverbreitete Störung des Haarwachstums. Bei hellhäutigen Menschen betrifft diese Form des Haarausfalls jeden zweiten Mann, aber auch mindestens jede fünfte Frau. Wie der Name schon sagt, spielen Androgene (= „männliche“ Sexualhormone) eine wichtige Rolle, vor allem aber auch die genetische Prädisposition. Was können Männer unternehmen? Welche Behandlung kommt in Frage?

Haarausfall Stadien bei Männern mit fortschreitenden Glatzenbildung

Bekanntes Haarausfallmuster bei Männern.
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In Kürze

  • Androgenetischer Haarausfall bzw. androgenetische Alopezie betrifft Männer – aber auch Frauen.
  • Auslöser ist das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT).
  • Die Haare miniaturisieren und dünnen aus.
  • Das für Männer typische Haarausfallmuster: Geheimratsecken und Tonsur.
  • Erfolge bei der Behandlung wurden bislang mit den Wirkstoffen Finasterid und Minoxidil erzielt.
  • Der Wirkstoff Thiocyanat greift in keine hormonell gesteuerten Stoffwechselprozesse ein.

Ursachen und Ablauf androgenetischer Haarausfall

Unter Haar-Experten hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Männer mit androgenetischem Haarausfall keinen Überschuss an männlichen Sexualhormonen („zu viel Testostoron“) haben; Betroffene weisen einen Androgenspiegel auf, der im Normalbereich liegt. Allerdings reagieren die Haarfollikel an den Schläfen und auf dem Hinterkopf auf einen Abkömmlung des Testosterons: Dihydrotestosteron (DHT), sehr empfindlich. DHT gibt permanent starke Wachstumsimpulse an die Haare, genauer gesagt die Haarfollikel und erreicht genau das Gegenteil. Der Haarzyklus überdreht.

Das Resultat ist bekannt. Mit jedem neuen Haarzyklus werden die Haare kleiner und flaumartiger und verschwinden schließlich ganz bis Geheimratsecken und eine Tonsur entstehen. Schließlich gehen die kahlen Stellen von Stirn und Hinterkopf ineinander über und werden zu einer Glatze. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahrzehnte hinziehen. Mit dem Hamilton-Norwood-Schema wird der androgenetische Haarausfall bei Männern in sieben Stufen (I bis VII) klassifiziert. Bei Frauen hingegen ist eine zunehmende Lichtung des Haars im Scheitelbereich erkennbar – soweit bis kleine haarfreie Areale am Oberkopf entlang des Scheitels entstehen.

Haarausfall väterlicherseits?

Die Erbanlagen für androgenetischen Haarausfall werden sowohl von Vater als auch Mutter an ihre Kinder weitergegeben. Der Schlüsselfaktor „Androgen-Rezeptor“ wird über das X-Chromosom der Mutter vererbt. Junge Männer mit Sorge vor androgenetischem Haarausfall sollten also nicht nur auf den Kopf des Vaters schauen sollten, sondern vor allem auf den des Großvaters mütterlicherseits. Offenbar überspringt die Veranlagung dazu eine Generation.


Mittel gegen androgenetischen Haarausfall *

Auch wenn Forscher bereits in diese Richtung arbeiten – Stichwort „Gen-Editing“, d. h. kontrolliertes Ändern von Erbfaktoren: Die genetische Veranlagung für den Haarausfall kann aktuell noch nicht korrigiert werden.

Immerhin gibt es eine Handvoll von Wirkstoffen, teils freiverkäufliche Präparate teils verschreibungspflichtige Medikamente, die bei der Indikation androgenetische Alopezie den Haarausfall verlangsamen oder stoppen können und sogar neues Haarwachstum anregen. Vom Arzt verschreibungspflichtige und hormonell aktive Präparate stellen jedoch für viele Betroffene aufgrund der bekannten Nebenwirkungen bei der Behandlung keine Lösung dar.

Wirkstoff Thiocyanat

Da Mittel, die dem anlagebedingten Haarausfall Einhalt gebieten, dauerhaft angewendet werden müssen, empfiehlt es sich, ein sehr gut wirksames und dennoch verträgliches Mittel ohne bekannte Nebenwirkungen zu wählen. Eine Alternative zu hormonhaltigen Mitteln ist das Thiocyn Haarserum *, das auf dem natürlichen Molekül Thiocyanat basiert und topisch angewendet wird. Die Behandlung kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern erfolgen. Der tägliche Kontakt mit der Kopfhaut und gründliches Einmassieren gehören dabei zur Pflegeroutine, die bei mehr als 60% der Anwender zum Erfolg führt 1.

Alopezie oder Haarausfall?

Der dermatologische Fachbegriff Alopezie wird sehr oft mit Haarausausfall gleichgesetzt. Das ist aber nicht ganz korrekt. Eine Alopezie ist das Ergebnis eines über die Norm gesteigerten Effluviums (lat. Haarausfall) und bedeutet Haarlosigkeit. Die Alopezie kann zeitweilig sein oder permanent. Mediziner unterscheiden daher zwischen reversiblen Alopezien, in denen die Haare wieder nachwachsen und irreversiblen, vernarbenden Alopezien infolge einer Schädigung oder Zerstörung der Haarfollikel in der Kopfhaut, die letztlich zu Haarverlust bzw. Kahlheit führen. Sind die Haarfollikel intakt, besteht prinzipiell immer die Möglichkeit, dass die Haare nachwachsen. Mehr …

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