Alopezie, was ist das genau?

Die Begriffe Alopezie, Haarausfall und Haarverlust werden oft synonym gebraucht. Das ist nicht korrekt. Für das bessere Verständnis für die Arten von Haarausfall, ihre Ursachen und Folgen ist es sehr nützlich, die Unterschiede zu kennen: Übermäßiger Haarausfall (Effluvium) führt zu Haarlosigkeit (Alopezie). Die Alopezie kann zeitweilig sein oder permanent, reversibel oder irreversibel. Wenn keine Haare mehr nachwachsen (irreversible Alopezie), sprechen Dermatologen von Haarverlust.

Alopezie, Haarausfall, Haarverlust: Was ist der Unterschied

Alopezie (Haarlosigkeit) ist kein Haarausfall,
sondern das Ergebnis von Haarausfall (Effluvium).

In Kürze

  • Die Ursachen für eine Alopezie sind zahlreich.
  • Zu einer Alopezie, d.h. zu Haarlosigkeit, kommt es, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen; die Kopfhaut wird sichtbar.
  • Sehr oft ist eine Alopezie reversibel. Und die Haare wachsen nach.
  • Wachsen die Haare nicht nach, spricht man von Haarverlust.

Natürlicher oder übermäßiger Haarausfall

Eigentlich ist Haarausfall ganz natürlich: Die Haare müssen ausfallen, damit neue, intakte Haare nachwachsen können. Von diesem Haarwechsel ist praktisch kaum etwas zu bemerken. Dermatologen bewerten einen Haarausfall von 50 bis 100 Haaren als völlig normal. Übermäßiger, nicht physiologischer Haarausfall, wenn über viele Wochen und Monate 200, 300 oder 500 Haare ausfallen, tritt als Folge eines abrupten Stopps der Zellteilungsaktivität der Haarmatrix auf. Fallen mehr Haare aus als nachwachsen, dünnt das Haar aus, die Kopfhaut wird sichtbar. Die Alopezie ist da!


1. Reversible, nicht-vernarbende Alopezie

1.1 Androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie ist die am weitesten verbreitete Alopezie und wird durch Vererbung weitergegeben. Ausfallende Haare wachsen nach, kommen aber über die Größe von Flaumhärchen nicht hinaus und fallen infolge eines überdrehten Haarzyklus rasch wieder aus. Charakteristisch für die androgenetische Alopezie bei Männern ist die Ausbildung von Geheimratsecken sowie die zunehmende Haarlichtung am Hinterkopf in Form einer Tonsur.

Die Haarlosigkeit wird bei betroffenen Männern schon nach der Pubertät sichtbar. Je nach genetischer Veranlagung kommt es relativ schnell oder im Laufe vieler Jahre zur Ausbildung einer Glatze. Ganz grob lassen sich drei Phasen für androgenetische Alopezie erkennen.

  1. Übermäßiger Haarausfall und Miniaturisierung der Haare setzen bei jungen Männern um das 20. Lebensjahr ein.
  2. Der Haarausfall scheint um das 30. Lebensjahr zum Stillstand zu kommen.
  3. Der zweite androgentische Haarausfallschub leitet ab dem 40. Lebensjahr die  Alopezie ein. Die Bildung ihre Glatze und der Haarverlust verlaufen schleichend.

Androgenetische Alopezie betrifft nicht nur Männer, sondern auch Frauen. In den meisten Fällen tritt sie nach der Menopause bzw. während der Wechseljahre auf. Das Effluvium führt zu dünner werdendem Haar im Scheitelbereich. Eine Glatze bzw. kompletter Haarverlust ist bei Frauen sehr selten.


1.2 Alopecia areata

Alopecia areata, auch kreisrunder Haarausfall genannt, ist eine akute, entzündlich bedingte Haarlosigkeit ohne Vernarbung der Haarfollikel. Die Alopezie, die praktisch über Nacht auftreten kann, erscheint in jedem Lebensalter, besonders oft im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt, und kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen. Als Ursache der Autoimmunerkrankung gilt eine erbliche Veranlagung. Die Ausbruchswahrscheinlichkeit wird z. B. durch Stress, Infektionen, Allergien oder Medikamente erhöht.

Da es bei Alopecia areata zu keiner Schädigung der Kopfhaut oder Zerstörung der Haarfollikel kommt, setzt das Haarwachstum in vielen Fällen wieder ein. Die neu wachsenden Haare sind zunächst dünn und farblos, werden im Laufe ihrer Entwicklung zu kräftigen Terminalhaaren.

Alopecia areata mit kleinen kahlen Stellen zeigt eine große Neigung zu fortgesetztem spontanen Haarwachstum. Haarausfall und Haarbruch können jedoch immer wieder auftreten. Die Zeit zwischen den Schüben beträgt zumeist viele Jahre.

Die Statistik besagt, dass die Heilungsaussichten schlechter einzuschätzen sind, je früher Alopecia areata auftritt, je ausgedehnter die Alopezie ist und je länger sie besteht. Ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Betroffenen erleidet bei Alopcia areata einen dauerhaften Haarverlust.

1.3 Alopecia diffusa

Alopecia diffusa, auch diffuser Haarausfall, wird durch zahlreiche Ursachen ausgelöst, die den Zellstoffwechsel an den Haarwurzeln stören. Im Unterschied zum natürlichen Haarausfall, der zu einem asynchronen, unscheinbaren Haarwechsel führt, läuft Alopecia diffusa synchron bzw. wellenförmig ab: Die Haare fallen gewissermaßen auf einmal aus bzw. werden durch mechanische Reize, wie Bürsten, Kämmen oder Haarewaschen, von der Kopfhaut gelöst. Diese Aktivitäten sind aber nicht die Ursache für den Haarausfall.

Abhängig von Art und Intensität der auslösenden Schädigung führt diffuser Haarausfall zu einer mehr oder weniger starken Haarlichtung über dem ganzen Kopf, die vom objektiven Betrachter aber selten als Kahlheit wahrgenommen wird, eher als ein Nachlassen der Haarfülle.

Die Ursachen für diffuse Alopezien bei Frauen sind sehr oft in Mangelerscheinungen zu suchen. Eisenmangel zum Beispiel führt zu einer Unterversorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff für den Energiestoffwechsel. Ein Mangel des Wachstumshormons Östrogen mit Beginn der Wechseljahre verschlechtert insgesamt die Bedingungen für optimales Haarwachstum. Die Haarfollikel beenden Wachstumsphase, und die Haare fallen aus.

Diffuser Haarausfall als Nebenwirkung bestimmter Medikamente lässt sich beheben, wenn diese gegen Medikamente einer anderen Substanzklasse ausgetauscht werden. Setzt das Wachstum der Haare wieder ein, befindet sich die Alopezie auf dem Rückzug.

1.4 Alopezie infolge Chemotherapie

Eine Alopezie infolge Chemotherapie zeigt sich, wenn Zytostatika zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Zytostatika verzögern oder verhindern den Zellstoffwechsel und damit die Teilung und Ausbreitung von Tumorzellen. Allerdings werden auch die Haarwurzeln bei der Produktion von Haarsubstanz gestört. Zwei bis drei Wochen später kommt es zu massivem  Haarausfall. Die Haare können auch abbrechen. Nach Beendigung der Chemotherapie beginnen die Haare, wieder zu wachsen.


2. Irreversible, vernarbende Alopezie

Irreversible, vernarbende Alopezien, letztlich ein Haarverlust, entstehen durch Infektionen, Pilzerkrankungen, Tumoren, physikalische und chemische Einflüsse, z. B. Verätzungen, oder Übergreifen entzündlicher Hauterkrankungen auf die Haarfollikel. Mit der Analyse-Methode Trichogramm ist es möglich, den Anteil der Haare in der Wachstums- und Ruhephase zu ermitteln, vor allem auch Haarwurzelstörungen zu erkennen. Sind die Haarfollikel so stark geschädigt, dass sie keine Haare mehr produzieren können, muss man Haarverlust konstatieren. Wichtig ist die Abgrenzung zur Alopecia areata, bei der die Struktur der Haarfollikel erhalten bleibt.


Behandlung von Haarausfall und Alopezie

Die Ursachen für Haarausfall, die zu einer Alopezie führen, sind vielfältig: Hemmung der Haarbildung in den Haarwurzeln, Verkürzung des Haarzyklus, Entzündungen oder Haarbruch. Bei akutem und übermäßigem Haarausfall besteht der nachvollziehbare Wunsch, diesen Haarausfall zu stoppen. Haben die Haarfollikel ihre Haare schon abgestoßen, ist der Haarausfall jedoch nicht zu vermeiden.

Im Fokus einer Behandlung des Haarausfalls steht daher sinnvollerweise, nicht der Versuch Haarausfall zu stoppen, sondern eine prophylaktische Stärkung der Haarwurzeln und die Suche nach Möglichkeiten, den Zellstoffwechsel nachwachsender Haare zu stabilisieren.

Wirkstoff Thiocyanat

Die patentierte Thiocyanat-Wirkformel in Thiocyn Haarserum kompensiert Störungen des Zellstoffwechsels auf unspezifische und gesamtheitliche Weise. Thiocyanat wirkt an den Haarwurzeln in hohem Maße anti-entzündlich und zellstabilisierend. Das bedeutet: Neue Haare können ungestörter und kräftiger nachwachsen.

Selbst bei „schlafenden“ Haarfollikeln besteht immer die Möglichkeit, dass sie wieder beginnen, Haare zu produzieren. Thiocyanat-Experte Prof. Dr. Axel Kramer: „Prinzipiell kann Thiocyanat die Haarwurzeln – auch wenn sie über Jahre inaktiv waren –  wieder aktivieren und das Haarwachstum anregen.“

Da das Serum gegen Haarausfall * in keine hormonell gesteuerten Stoffwechselvorgänge eingreift, ist es für Frauen und Männer jeden Alters gleichermaßen geeignet.


Häufige Fragen an Thiocyn

Warum verlieren wir eigentlich Haare?

Haarausfall leitet die Erneuerung unseres Haarkleids ein. Die nachwachsenden Haare können den Kopf und die Kopfhaut besser vor Kälte, direkter Sonneneinstrahlung, ganz generell vor Witterungseinflüssen schützen. Bei Haarlosigkeit bzw. einer Alopezie versucht der Organismus, möglichst schnell neue Haare zu bilden. Der Wirkstoff Thiocyanat kann frühzeitigem Haarausfall durch Stimulierung des Haarwachstums vorbeugen.

Ist Haarausfall eine Krankheit?

Alopecia Areata ist eine Autoimmunerkrankung. Bei androgenetischer Alopezie oder diffusem Haarausfall erkranken aber weder die Haare noch die Haarfollikel. Die Funktion der Haarfollikel wird mehr oder weniger stark gestört, so dass sie das Haarwachstum abbrechen.

Sehr wohl gibt es Krankheiten wie Diabetes melitus, Schilddrüsenüber- oder unterfunktionen (Hyperthyreose bzw. Hypothyreose), Erkrankungen der Kopfhaut oder Infektionen, die Haarausfall auslösen. Eines der Symptome ist dann Haarausfall.

Diffuser Haarausfall als Nebenwirkung bestimmter Medikamente lässt sich beheben, wenn diese gegen Medikamente einer anderen Substanzklasse ausgetauscht werden. Setzt das Wachstum der Haare wieder ein, befindet sich die Alopezie auf dem Rückzug.

Warum leiden Frauen mehr als Männer unter Haarausfall und Alopezie?

Auch Männer sind nicht begeistert, wenn sich Geheimratsecken und Tonsur bilden. Mit zunehmendem Alter können sie sich aber ganz gut mit den Folgen des Haarausfalls arrangieren. Wahrscheinlich liegt das auch an der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz: Männer und Haarausfall, das gehört irgendwie zusammen. Bei 90 Prozent der Männer mit Haarausfall zeigt sich eine androgenetische Alopezie.

Haarausfall und dünner werdendes Haar bei Frauen, gar eine Glatze durch Alopecia areata dagegen rüttelt am weiblichen Selbstbild. Frauen definieren sich nun mal über dichtes, kräftiges und gesundes Haar. Haarausfall bei Frauen entsteht häufig durch Hormonungleichgewichte nach Absetzen der Pille, nach einer Schwangerschaft oder mit Beginn der Wechseljahre (Perimenopause); dann kann auch eine androgenetische Alopezie ausgelöst werden.


War dieser Artikel hilfreich für Sie?
Bewertungen: 12 Durchschnitt: 5

WEITERE BEITRÄGE